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Production Readiness

7 Warnsignale, dass dein SaaS kurz vor dem Absturz steht

Dein SaaS läuft. Aber irgendetwas fühlt sich falsch an. Diese 7 Warnsignale zeigen dir, ob du noch auf Kurs bist - oder ob der nächste Crash nur eine Frage der Zeit ist.

2. Februar 20267 Min. Lesezeitvon Marco Kotzian
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7 Warnsignale für SaaS Production Readiness Probleme

Du wachst nachts auf und denkst an dein SaaS.

Nicht weil du aufgeregt bist. Sondern weil du dir Sorgen machst.

"Was wenn morgen alles abstürzt?" "Warum hat der Kunde schon wieder Probleme?" "Müsste ich eigentlich mal was dran machen?"

Diese Gedanken sind keine Paranoia. Sie sind ein Signal.

Dein Unterbewusstsein hat längst bemerkt, was dein Verstand noch ignoriert: Das Fundament wackelt.

Warum ich diese Warnsignale kenne

Als Mitgründer und CTO von finvoice habe ich eine Abrechnungsplattform von der ersten Zeile Code bis zum erfolgreichen Verkauf an einen Konzern geführt. Mehrere Finanzierungsrunden. Tech Due Diligences, bei denen Investoren jeden Winkel des Codes durchleuchtet haben.

Ich habe beide Seiten gesehen: Systeme, die unter Last zusammenbrechen. Und Systeme, die alles mitmachen.

Der Unterschied? Er zeigt sich nicht am Tag 1. Er zeigt sich in den kleinen Warnsignalen, die die meisten Gründer übersehen - oder ignorieren.

Hier sind die 7 Warnsignale, die ich am häufigsten sehe.

Warnsignal 1: Du hast Angst vor Änderungen

"Ich fass das lieber nicht an."

Diesen Satz höre ich ständig. Von Gründern, die ihr eigenes Produkt kaum noch anfassen wollen.

Du weißt, dass etwas verbessert werden müsste. Ein Bug, der nervt. Ein Feature, das Kunden fordern. Aber jede Änderung fühlt sich wie russisches Roulette an.

Du änderst eine Kleinigkeit - und plötzlich funktioniert etwas anderes nicht mehr. Du fixst das - und es taucht ein neues Problem auf. Ein endloser Dominoeffekt.

Warum das gefährlich ist:

Ein Produkt, das nicht weiterentwickelt werden kann, stirbt. Nicht heute, nicht morgen - aber es stirbt. Während du stillstehst, überholen dich andere.

Was dahinter steckt:

Meistens fehlen automatisierte Tests. Ohne Tests weißt du nie, ob deine Änderung etwas kaputt gemacht hat. Du merkst es erst, wenn sich Kunden beschweren.

Oder der Code ist so verwoben, dass eine Änderung an Stelle A etwas an Stelle B, C und D beeinflusst - ohne dass das irgendwo dokumentiert ist.

Warnsignal 2: Kunden melden Probleme, bevor du sie siehst

"Das funktioniert nicht!"

Die Support-Mail kommt rein. Du schaust ins System - und hast keine Ahnung, was passiert ist.

Keine Logs. Keine Fehlermeldungen. Keine Hinweise. Du musst den Kunden fragen: Was genau haben Sie gemacht? Wann? Mit welchem Browser?

Und dann versuchst du, das Problem zu reproduzieren. Stundenlang. Manchmal findest du es. Manchmal nicht.

Warum das gefährlich ist:

Wenn Kunden Probleme vor dir entdecken, verlierst du Vertrauen. Jeder Bug, den der Kunde meldet, ist eine kleine Erosion. Irgendwann haben sie genug.

Außerdem: Du siehst nur die Spitze des Eisbergs. Für jeden Kunden, der sich beschwert, gibt es zehn, die einfach gehen.

Was dahinter steckt:

Fehlendes Monitoring. Du fliegst blind. Du weißt nicht, was in deinem System passiert, bis es jemand anderes dir sagt.

Warnsignal 3: Nur du verstehst das System

"Das kann niemand anderes machen."

Du bist der Einzige, der weiß, wie alles zusammenhängt. Wie man deployed. Was die Konfiguration bedeutet. Warum dieser eine Service so seltsam aufgesetzt ist.

Wenn du Urlaub machst, hoffst du, dass nichts passiert. Wenn du krank wirst, wird das Team nervös.

Warum das gefährlich ist:

Du hast kein Produkt. Du hast einen Job, den du nicht kündigen kannst.

Und wenn du jemals verkaufen willst? Investoren sehen das sofort. Ein System, das von einer Person abhängt, ist ein Risiko. Ein großes.

Was dahinter steckt:

Fehlende Dokumentation. Wissen, das nur in deinem Kopf existiert. Entscheidungen, die nirgendwo festgehalten sind.

Das passiert nicht aus Faulheit. Es passiert, weil immer etwas "Wichtigeres" zu tun war.

Warnsignal 4: Manuelles Deployment ist normal

"Ich push das mal schnell live."

Jedes Update ist ein Abenteuer. Du machst es manuell, Schritt für Schritt. Vielleicht hast du dir die Schritte irgendwo notiert. Vielleicht auch nicht.

Aber im Kern ist jedes Deployment ein Prozess, bei dem du jedes Mal ein bisschen nervös bist. Und den nur du kennst.

Warum das gefährlich ist:

Manuell bedeutet fehleranfällig. Du vergisst einen Schritt. Du tippst etwas falsch. Du deployest die falsche Version.

Und wenn es schiefgeht? Rollback ist auch manuell. Stressig. Zeitkritisch. Mitten in der Nacht.

Was dahinter steckt:

Keine automatisierte Pipeline. Der Code wird geschrieben, aber der Weg in die Produktion ist ein Abenteuer.

Warnsignal 5: Deine Backups sind ungetestet

"Backups machen wir schon."

Toll. Aber hast du jemals eines wiederhergestellt?

Viele Gründer haben Backups. Irgendwo. Sie laufen automatisch. Irgendwohin. Ob sie funktionieren? Keine Ahnung. War nie nötig.

Warum das gefährlich ist:

Ein Backup, das du nicht wiederherstellen kannst, ist kein Backup. Es ist eine Illusion.

Wenn der Tag kommt - und er kommt - an dem du die Daten wirklich brauchst, willst du nicht herausfinden, dass sie korrupt sind. Oder unvollständig. Oder in einem Format, das du nicht mehr lesen kannst.

Was dahinter steckt:

Backups werden eingerichtet und vergessen. "Set it and forget it" - bis du es brauchst.

Warnsignal 6: Du weißt nicht, was "normal" ist

"War das schon immer so langsam?"

Jemand beschwert sich, dass die App langsam ist. Du schaust nach - und hast keine Ahnung, ob das normal ist oder nicht.

Sind 2 Sekunden Ladezeit okay? Oder waren es vorher 0,5 Sekunden? Ist die Datenbank heute stärker belastet als sonst? Oder ist das immer so?

Warum das gefährlich ist:

Ohne Baselines erkennst du Probleme nicht. Du merkst nicht, wenn die Performance schleichend nachlässt. Du merkst nicht, wenn die Fehlerrate langsam steigt. Du merkst es erst, wenn es eskaliert.

Was dahinter steckt:

Keine historischen Daten. Kein Tracking von Metriken über Zeit. Kein Vergleichspunkt.

Warnsignal 7: Sicherheit kommt "später"

"Das machen wir, wenn wir größer sind."

Passwörter im Code. API-Keys in Git. Keine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Veraltete Bibliotheken mit bekannten Sicherheitslücken.

Du weißt, dass es nicht ideal ist. Aber du bist ja noch klein. Wer sollte dich angreifen?

Warum das gefährlich ist:

Bots und automatisierte Scanner interessiert deine Größe nicht. Sie scannen das Internet 24/7 nach bekannten Schwachstellen. Dein kleines SaaS ist genauso ein Ziel wie Amazon.

Und wenn sie reinkommen? Kundendaten weg. Vertrauen zerstört. DSGVO-Bußgelder. Geschäft vorbei.

Was dahinter steckt:

Sicherheit ist unsichtbar - bis sie es nicht mehr ist. Es gibt kein Feature, das du zeigen kannst. Keine Demo, die beeindruckt. Deshalb wird sie immer aufgeschoben.

Der Moment der Wahrheit

Du hast diesen Artikel gelesen. Vielleicht hast du bei einem Warnsignal genickt. Vielleicht bei mehreren.

Das ist nicht schlimm. Fast jedes SaaS hat diese Probleme in irgendeiner Phase.

Die Frage ist: Was machst du jetzt?

Du hast drei Optionen:

Option 1: Ignorieren. Weiter wie bisher. Hoffen, dass es gutgeht. Vielleicht tut es das. Für eine Weile.

Option 2: Selbst fixen. Du nimmst dir die Zeit, die Probleme anzugehen. Stück für Stück. Tests schreiben. Monitoring einrichten. Dokumentation erstellen. Das funktioniert - wenn du die Zeit und das Know-how hast.

Option 3: Hilfe holen. Du lässt jemanden draufschauen, der diese Warnsignale kennt. Der weiß, welche am dringendsten sind. Der einen Plan machen kann.

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Marco Kotzian

Marco Kotzian

External CTO & Senior Software Engineer

10+ Jahre Erfahrung in SaaS-Entwicklung, erfolgreicher Exit an Konzern. Spezialisiert auf Production Readiness und technische Skalierung.

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