Production Ready: Warum dein SaaS gerade auf einem wackeligen Fundament steht
Du hast gebaut. Es läuft. Erste Kunden zahlen. Aber jede Änderung fühlt sich wie russisches Roulette an. Das ist der Moment, wo die meisten scheitern - und genau hier fängt Production Readiness an.

"Es funktioniert doch!"
Diesen Satz höre ich ständig. Meistens kurz bevor alles zusammenbricht.
Du hast dein SaaS selbst gebaut. Mit Cursor, v0, Bolt, Lovable, Claude Code - oder die erste Version von einem Freelancer oder einer Agentur entwickeln lassen. Vielleicht hast du mit Bubble oder FlutterFlow gestartet.
Es läuft.
Erste Kunden zahlen. Du hast Traktion.
Aber dann passiert etwas Seltsames:
- Supportanfragen häufen sich
- Jede kleine Änderung zieht drei neue Probleme nach sich
- Du traust dich kaum noch, etwas am Code zu ändern
- Nachts wachst du auf und fragst dich: "Was wenn morgen alles crasht?"
Das ist kein Zeichen dafür, dass dein Produkt schlecht ist.
Das ist der Moment, wo die meisten scheitern.
Nicht weil die Idee falsch war. Nicht weil das Produkt nicht funktioniert. Sondern weil jede Änderung zum Risiko wird.
Der Unterschied, den niemand erklärt
"Der Code läuft" ist nicht dasselbe wie "Production Ready".
Ich weiß das, weil ich selbst diesen Weg gegangen bin.
Als Mitgründer und CTO von finvoice habe ich eine Abrechnungsplattform von der ersten Zeile Code bis zum erfolgreichen Verkauf an einen Konzern geführt. Multimillionen-Transaktionsvolumen. Mehrere Finanzierungsrunden. Tech Due Diligences, bei denen Investoren jeden Winkel des Codes durchleuchtet haben.
Ich habe gesehen, was passiert, wenn ein System production ready ist - und was passiert, wenn es das nicht ist.
Production Ready bedeutet:
Dein System ist bereit für echte User, echte Last und echte Probleme.
Du kannst nachts schlafen, ohne Angst vor dem Wecker. Weil du weißt: Wenn etwas schiefgeht, wirst du es sofort sehen. Und du kannst es fixen.
Die 7 Bereiche, die du kennen musst
Ich habe auf meinem Weg gelernt, dass Production Readiness aus 7 Bereichen besteht. Fehlt einer, wackelst du auf einem Bein.
1. Architektur & Code
Die Frage: Kann jemand anderes das verstehen?
Das ist der Bereich, der Vibecoder am härtesten trifft. Du hast mit AI gebaut, es funktioniert - aber verstehst du selbst noch, was da passiert?
Wenn du in 3 Monaten eine Änderung machen musst und erstmal 2 Tage brauchst um deinen eigenen Code zu verstehen, hast du ein Problem. Wenn ein anderer Entwickler das übernehmen soll und nur den Kopf schüttelt, hast du ein größeres Problem.
Was das für dich bedeutet:
- Code sollte lesbar und nachvollziehbar sein
- Wichtige Entscheidungen sollten dokumentiert sein
- Jemand anderes sollte sich zurechtfinden können
2. Infrastruktur
Die Frage: Kann das stabil betrieben werden?
Dein Laptop ist nicht Production. Was lokal läuft, kann live komplett anders aussehen.
Infrastruktur bedeutet: Wo läuft dein Code? Wie wird er deployed? Was passiert, wenn der Server neu startet? Hast du Backups? Kannst du sie wiederherstellen?
Ein System ohne getestete Backups hat keine Backups. Punkt.
3. Security
Die Frage: Sind die Basics eingehalten?
Das ist kein Feature, das du "später" hinzufügst. Es ist die Grundlage.
Die harte Wahrheit: Bots und automatisierte Scanner interessiert nicht, wie groß du bist. Sie scannen das Internet 24/7 nach Schwachstellen. Dein SaaS ist genauso ein Ziel wie das von Amazon.
Was das für dich bedeutet:
- Passwörter und API-Keys dürfen nirgendwo im Code stehen
- Alles, was User eingeben, muss geprüft werden
- Updates müssen regelmäßig eingespielt werden
4. Monitoring
Die Frage: Merkst du Probleme bevor Kunden sie melden?
Du kannst nicht fixen, was du nicht siehst.
Wenn ein Kunde sich beschwert und du keine Ahnung hast, was passiert ist - dann fliegst du blind. Die besten Teams wissen von Problemen, bevor der erste Support-Ticket reinkommt.
5. Skalierbarkeit
Die Frage: Wächst das System mit?
Was bei 10 Usern okay ist, kann bei 1.000 Usern katastrophal werden. Probleme skalieren schneller als du denkst.
Das heißt nicht, dass du von Tag 1 für Millionen User bauen musst. Aber du solltest wissen: Was passiert, wenn morgen 10x so viele User kommen? Bricht dann alles zusammen?
6. IP & Ownership
Die Frage: Gehört dir dein Produkt wirklich?
Das ist der Bereich, den die meisten komplett ignorieren - bis es zu spät ist.
Hast du Zugriff auf alles? Den Code, die Datenbank, die Domain, die Accounts? Oder liegt das alles beim Freelancer, der vor 6 Monaten verschwunden ist?
Bei No-Code: Kannst du deine Daten exportieren? Was passiert, wenn Bubble morgen die Preise verdreifacht?
7. Teamfähigkeit (Wartbarkeit)
Die Frage: Kann jemand anderes übernehmen?
Das ist der ultimative Test für Production Readiness.
Stell dir vor, du bist morgen krank. Oder du willst Urlaub machen. Oder du brauchst Hilfe, weil es zu viel wird. Kann jemand anderes einspringen? Oder bist du der einzige Mensch auf der Welt, der dieses System versteht?
Wenn du die einzige Person bist, die das System am Laufen halten kann, hast du kein Produkt. Du hast einen Job, den du nicht kündigen kannst.
Was ich bei anderen Gründern sehe
Ein Gründer kam zu mir mit genau diesem Problem: "Unsere App stürzt ab, wenn mehr als 50 User gleichzeitig online sind."
Die Ausgangslage war typisch:
- Mit AI-Tools schnell gebaut
- Keine Ahnung, was im System passiert wenn etwas schiefgeht
- Updates wurden manuell gemacht, mit viel Hoffen und Beten
- Keine Tests, die prüfen ob noch alles funktioniert
Was wir gemacht haben:
Erstmal Durchblick geschaffen. Danach die größten Bremsen identifiziert und beseitigt. Dann ein System aufgesetzt, bei dem Updates automatisch und sicher laufen.
Das Ergebnis:
- 500+ gleichzeitige User ohne Probleme
- Änderungen gehen in 3 Minuten live statt 30
- Fehler werden sofort erkannt, nicht erst nach Kunden-Beschwerden
Der Unterschied? Das System war jetzt production ready.
Die 5 Fehler, die ich am häufigsten sehe
1. "Sicherheit machen wir später"
Später kommt nie. Und wenn doch, ist es 10x teurer, Sicherheit nachträglich einzubauen als von Anfang an.
2. "Ich versteh meinen eigenen Code nicht mehr"
Das passiert besonders oft bei AI-generierten Code. Du hast schnell gebaut, aber jetzt weißt du nicht mehr, was die Hälfte davon macht. Und jede Änderung fühlt sich wie russisches Roulette an.
3. "Funktioniert doch auf meinem Rechner"
Dein MacBook ist nicht Production. Was lokal läuft, kann live komplett anders aussehen.
4. "Tests schreiben wir, wenn wir Zeit haben"
Du hast nie Zeit. Und ohne Tests weißt du nie, ob deine nächste Änderung etwas kaputt macht.
5. "Monitoring richten wir ein, wenn wir live sind"
Dann ist es zu spät. Du brauchst Baselines, bevor du live gehst. Sonst weißt du nicht, was normal ist und was ein Problem.
Der entscheidende Moment
Es gibt einen Punkt im Leben jedes SaaS, an dem sich entscheidet, ob es wächst oder stirbt.
Das ist nicht der Launch. Nicht die ersten Kunden. Nicht mal die erste Finanzierungsrunde.
Es ist der Moment, in dem du merkst: Das Fundament wackelt.
Manche Gründer ignorieren es und hoffen, dass es schon gutgehen wird. Die meisten davon scheitern.
Andere nehmen sich die Zeit, das Fundament zu stabilisieren. Die haben eine Chance.
Wie du rausfindest, wo du stehst
Production Readiness ist kein binärer Zustand. Es ist kein Schalter, den du umlegst. Es ist ein Spektrum.
Die Frage ist: Wo stehst du gerade?
Ich helfe Gründern dabei, genau das herauszufinden.
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