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No-Code

Bubble App langsam? Warum Migration der bessere Weg ist

Performance-Optimierung in Bubble ist Symptombekämpfung. Wer ein echtes Asset aufbauen will, muss migrieren - für IP-Rechte und Unternehmenswert.

28. Januar 20266 Min. Lesezeitvon Marco Kotzian
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Bubble Migration - Von No-Code zum echten Asset

Eine Bubble-Seite lädt in 5.02 Sekunden. Die gleiche Funktionalität als Custom-Code? 1.07 Sekunden. Die Standard-Antwort: "Optimiere deine Queries, nutze Privacy Rules, reduziere Workload Units."

Aber hier ist die unbequeme Wahrheit: Du optimierst etwas, das dir nicht gehört.

Das eigentliche Problem: Du baust auf gemietetem Land

Performance-Probleme in Bubble sind ein Symptom. Das eigentliche Problem liegt tiefer.

Bubble erlaubt keinen Source Code Export. Das bedeutet: Egal wie viel Zeit, Geld und Energie du in deine App steckst - der Code gehört dir nicht. Du hast kein Intellectual Property. Du hast ein Mietverhältnis.

Für ein MVP ist das okay. Für ein echtes Unternehmen mit Wert? Ein fundamentales Problem.

Was das konkret bedeutet:

  • Bei einem Exit oder Investment hast du kein technisches Asset vorzuweisen
  • Du kannst nicht zu einem anderen Anbieter wechseln - Migration bedeutet kompletter Rebuild
  • Deine "Technologie" ist austauschbar - jeder kann dasselbe in Bubble bauen
  • Bei Tech Due Diligence wird das zum Problem

Warum Optimierung Symptombekämpfung ist

Ja, du kannst Bubble schneller machen. 40-60% Verbesserung sind möglich durch:

  • Bessere Datenbank-Queries
  • Privacy Rules für weniger Datenübertragung
  • Caching mit Custom States
  • Weniger Nested Searches

Aber du investierst diese Zeit in eine Plattform, die:

  1. Dir keine IP-Rechte gibt - Der Code bleibt bei Bubble
  2. Dich einschließt - Kein Export, kein Wechsel ohne Rebuild
  3. Deine Kosten kontrolliert - Workload Units können explodieren
  4. Dein Schicksal bestimmt - Wenn Bubble die Preise erhöht oder Features ändert, bist du machtlos

Jede Stunde, die du in Bubble-Optimierung steckst, ist eine Stunde, die du nicht in ein echtes Asset investierst.

Was ein echtes technisches Asset ausmacht

Wenn du ein SaaS baust, das eines Tages verkauft werden soll, oder bei dem Investoren einsteigen sollen, brauchst du:

1. IP-Ownership

Du besitzt den Source Code. Du kannst ihn lizenzieren, verkaufen, oder als Basis für neue Produkte nutzen. Bei Bubble besitzt du nichts außer Daten.

2. Portabilität

Du kannst deinen Code auf jedem Server laufen lassen. AWS, Hetzner, eigene Server - du entscheidest. Bei Bubble bist du an ihre Infrastruktur gebunden.

3. Unabhängigkeit

Dein Business hängt nicht von den Entscheidungen eines Plattform-Anbieters ab. Preiserhöhungen, Feature-Änderungen, Outages wie im März 2025 - du bist davon nicht betroffen.

4. Skalierbarkeit ohne Limits

Custom Code skaliert so weit, wie du es architektonisch planst. Keine Workload Units, keine künstlichen Grenzen, keine Überraschungen bei den Kosten.

5. Differenzierung

Dein Code kann einzigartige Features haben, die Wettbewerber nicht einfach kopieren können. In Bubble baut jeder mit denselben Bausteinen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Migration?

Migration ist kein Notfall-Ausgang. Es ist eine strategische Entscheidung. Hier sind die Signale:

Klare Ja-Signale:

  • Du planst einen Exit oder Investment in den nächsten 1-3 Jahren
  • Deine Workload-Kosten steigen schneller als dein Umsatz
  • Du brauchst Features, die Bubble nicht kann (oder nur mit teuren Workarounds)
  • Du willst Technical Talent einstellen - echte Entwickler wollen nicht in Bubble arbeiten
  • Dein Produkt hat Product-Market-Fit und du weißt, dass du langfristig dabei bleibst

Warte noch, wenn:

  • Du noch keine zahlenden Kunden hast
  • Du noch pivotierst und das Produkt sich stark ändert
  • Du kein Budget für einen professionellen Rebuild hast
  • Dein Business läuft gut und du hast keine Exit-Pläne

Der Sweet Spot: Du hast $10k+ MRR, stabiles Wachstum, und weißt, dass das Produkt so bleibt.

Was Migration wirklich bedeutet

Lass mich ehrlich sein: Migration von Bubble ist kein einfaches "Export und fertig". Es ist ein Rebuild.

Was du bekommst:

  • Einen sauberen Codebase, der dir gehört
  • Moderne Architektur, die mit dir wächst
  • Volle Kontrolle über Performance, Kosten und Features
  • Ein Asset, das bei Due Diligence Bestand hat

Was es kostet:

  • Zeit: Je nach Komplexität 2-6 Monate
  • Geld: Entwickler-Kosten für den Rebuild
  • Risiko: Parallel-Betrieb während der Umstellung

Was du behältst:

  • Deine Daten (die kannst du exportieren)
  • Deine User und Kunden
  • Dein Business-Wissen und Prozesse
  • Alles, was du über Product-Market-Fit gelernt hast

Der Rebuild ist keine Verschwendung. Du nutzt alles, was du in Bubble gelernt hast - nur jetzt als Grundlage für etwas, das dir gehört.

Die versteckten Kosten des Nicht-Migrierens

Was passiert, wenn du in Bubble bleibst?

Bei einem Exit:

Käufer und Investoren schauen auf technische Assets. "Wir haben eine Bubble-App" ist kein Asset - es ist eine Liability. Du verkaufst im Grunde nur Kunden und Umsatz, nicht Technologie.

Das drückt die Bewertung. Erheblich.

Bei Skalierung:

Bubble's Workload-Pricing kann bei Wachstum explodieren. Ich habe Gründer gesehen, deren Bubble-Kosten plötzlich fünfstellig pro Monat wurden - bei Umsätzen, die das nicht rechtfertigen.

Mit eigenem Code kontrollierst du die Infrastruktur-Kosten.

Bei der Team-Entwicklung:

Erfahrene Entwickler wollen nicht in Bubble arbeiten. Wenn du skalieren willst, brauchst du echte Engineers - und die erwarten echten Code.

Wie eine Migration aussieht

Ein typischer Migrations-Prozess:

Phase 1: Analyse (1-2 Wochen)

  • Bestandsaufnahme: Was macht die Bubble-App genau?
  • Datenmodell verstehen und optimieren
  • Kritische Flows identifizieren
  • Technologie-Stack für den Rebuild festlegen

Phase 2: Rebuild der Core-Features (4-8 Wochen)

  • Backend mit modernem Stack (Next.js, Prisma, PostgreSQL)
  • API-first Design für Flexibilität
  • Die 20% Features, die 80% des Wertes ausmachen

Phase 3: Datenmigration (1-2 Wochen)

  • Daten aus Bubble exportieren
  • Transformation ins neue Datenmodell
  • Validierung und Testing

Phase 4: Umstellung (1-2 Wochen)

  • Parallel-Betrieb
  • Schrittweise User-Migration
  • Monitoring und Bugfixing

Das Ergebnis: Ein Produkt, das genauso funktioniert wie vorher - aber dir gehört.

Fazit

Bubble ist ein großartiges Tool für MVPs und Validierung. Aber wenn dein Business wächst und du ein echtes Asset aufbauen willst, wird Migration unumgänglich.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Performance-Optimierung in Bubble ist Symptombekämpfung - du investierst in etwas, das dir nicht gehört
  • Ohne Source Code hast du kein technisches IP - das wird bei Exit oder Investment zum Problem
  • Migration bedeutet Rebuild, aber du behältst alles Gelernte und alle Daten
  • Der richtige Zeitpunkt ist nach Product-Market-Fit, vor dem Exit
  • Ein eigener Codebase ist ein Asset, eine Bubble-App ist ein Mietverhältnis

Nächste Schritte

Du hast eine Bubble-App und fragst dich, ob Migration für dich Sinn macht?

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Quellen:

#Bubble#No-Code#Migration#SaaS#IP-Rechte

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Marco Kotzian

Marco Kotzian

External CTO & Senior Software Engineer

10+ Jahre Erfahrung in SaaS-Entwicklung, erfolgreicher Exit an Konzern. Spezialisiert auf Production Readiness und technische Skalierung.

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