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Investor & Skalierung

Tech Due Diligence: 5 Dealbreaker, die deinen Exit verhindern

76% der Tech-Acquisitions verfehlen ihre Ziele. Diese 5 technischen Dealbreaker entdecken Investoren bei der Due Diligence - und wie du sie vermeidest.

27. Januar 20268 Min. Lesezeitvon Marco Kotzian
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Tech Due Diligence Dealbreaker für Startups und Investoren

Ein Freelancer hatte vor zwei Jahren einen Algorithmus für ein Startup geschrieben. Kleines Problem: Er hatte nie ein IP-Assignment unterschrieben. Als der Acquirer das bei der Due Diligence entdeckte, war der Multi-Millionen-Deal sofort vom Tisch. Ein simples Stück Papier, das fehlte - und Jahre Arbeit umsonst.

Das ist keine Ausnahme. Es ist Alltag in der Tech Due Diligence.

Warum technische Due Diligence über deinen Exit entscheidet

Laut McKinsey & Company verfehlen 76% aller Technology Acquisitions ihre finanziellen Ziele. Die Harvard Business Review beziffert die allgemeine M&A-Failure-Rate sogar auf 70-90%.

Der Hauptgrund? Schlechte Due Diligence.

Und hier wird es für Gründer relevant: 50% aller Deals scheitern an Problemen, die während der Due Diligence aufgedeckt werden. Nicht an der Verhandlung. Nicht am Preis. An dem, was Investoren im Code und in der Infrastruktur finden.

Die gute Nachricht: Unternehmen, die umfassende technische Due Diligence durchführen, sind laut einer Harvard Business Review Studie 28% wahrscheinlicher, ihre geplanten Synergien zu erreichen - und 32% wahrscheinlicher, technisches Schlüsselpersonal zu halten.

Die schlechte Nachricht: Die gleichen Standards werden auch an dich angelegt.

Die 5 technischen Dealbreaker

Nach Jahren als CTO und dutzenden Reviews habe ich gesehen, woran Deals wirklich scheitern. Hier sind die fünf kritischsten Bereiche.

1. IP-Ownership ist unklar

Das Beispiel vom Anfang? Kein Einzelfall. Es ist einer der häufigsten Dealbreaker überhaupt.

Was Investoren prüfen:

  • Hat jeder Entwickler (intern und extern) ein IP-Assignment unterschrieben?
  • Gehört der Code rechtlich dem Unternehmen?
  • Gibt es Open-Source-Komponenten mit problematischen Lizenzen (GPL)?
  • Wurden externe Libraries korrekt lizenziert?

Das Problem: Die meisten Gründer denken erst bei der Due Diligence daran. Dann ist es oft zu spät.

Ein Freelancer, der vor drei Jahren zwei Monate mitgearbeitet hat und heute unauffindbar ist? Das kann deinen Exit um Monate verzögern - oder komplett verhindern. Der Acquirer will kein Risiko, dass plötzlich jemand Ansprüche auf deinen Code erhebt.

Was du tun kannst:

  • Führe ein Register aller Contributor (intern, extern, Praktikanten)
  • Hole IP-Assignments nach - jetzt, nicht beim Exit
  • Prüfe alle Open-Source-Lizenzen mit Tools wie FOSSA oder Snyk

2. Security-Lücken und Compliance-Verstöße

Erinnerst du dich an die Yahoo-Übernahme durch Verizon? Der Deal wurde um 350 Millionen Dollar reduziert - weil während der Due Diligence massive Datenlecks aufgedeckt wurden, die Yahoo vorher nicht offengelegt hatte.

350 Millionen. Für Security-Probleme, die schon existierten.

Was Investoren als Red Flags sehen:

  • Keine formalen Security-Policies (NIST, ISO 27001, SOC 2)
  • Fehlende Multi-Factor-Authentication für kritische Systeme
  • Keine regelmäßigen Security-Audits
  • DSGVO-Verstöße bei europäischen Kunden

Laut einer Studie von Vaultinum gehört fehlende Security-Compliance zu den gefährlichsten Red Flags in der Tech Due Diligence. Ein Unternehmen ohne MFA demonstriert mangelnde Basis-Security-Hygiene - und das macht Investoren nervös.

Das Risiko: Software-Audits haben in einigen Fällen Compliance-Probleme aufgedeckt, die Nachforderungen im neunstelligen Bereich ausgelöst haben - manchmal mehr als der gesamte Transaktionswert.

Was du tun kannst:

  • Implementiere MFA für alle kritischen Systeme
  • Dokumentiere deine Security-Policies
  • Führe mindestens einmal jährlich einen Security-Audit durch
  • Prüfe DSGVO-Compliance, bevor es jemand anderes tut

3. Technical Debt außer Kontrolle

Ein EdTech-Startup mit beeindruckender Traction suchte Series B Funding. Die technische Due Diligence offenbarte: 40% der Entwicklungszeit ging für einen zunehmend instabilen Codebase ohne Test-Coverage drauf. Die CTOs schätzten, dass 6-8 Monate nötig wären, um die Technical Debt abzubauen - bei minimaler Feature-Entwicklung.

Das Ergebnis? Massiv reduzierte Bewertung, weil die Wachstumsprognosen nicht mehr haltbar waren.

Was Investoren als Technical Debt werten:

  • Fehlende oder minimale Test-Coverage
  • Code ohne Dokumentation
  • Monolithische Architektur ohne Skalierungsmöglichkeit
  • "Spaghetti Code", den niemand mehr versteht

Das Consortium for IT Software Quality (CISQ) schätzt, dass Technical Debt die US-Wirtschaft jährlich rund 300 Milliarden Dollar kostet. Und laut IEEE Computer Society ist das Fixen von Problemen in der Maintenance-Phase bis zu 100x teurer als in der Design-Phase.

Was Investoren wirklich sehen wollen:

  • Sauberen, gut organisierten Code
  • Ausreichende Test-Coverage (Unit, Integration, E2E)
  • Dokumentation für APIs und komplexe Funktionalitäten
  • Eine Architektur, die mit dem Business skalieren kann

Was du tun kannst:

  • Kenne deine Technical Debt - mach ein internes Audit
  • Priorisiere die kritischsten Bereiche
  • Dokumentiere mindestens die Core-Architektur
  • Baue Test-Coverage schrittweise auf

4. Skalierbarkeit ist nicht gegeben

Investoren kaufen Zukunft, nicht Status Quo. Wenn dein Produkt bei 10x Usern zusammenbricht, ist das kein Minor Issue - es ist ein Dealbreaker.

Was geprüft wird:

  • Kann die Infrastruktur mit dem geplanten Wachstum mithalten?
  • Gibt es Single Points of Failure?
  • Wie sind Response Times unter Last?
  • Wie sieht das Deployment aus? (Manuell per FTP ist kein gutes Zeichen)

Laut Deloitte sind Technology Integration Issues für etwa 30% gescheiterter Mergers verantwortlich. Wenn Investoren sehen, dass dein System nicht skaliert, rechnen sie das sofort in die Bewertung ein - oder steigen komplett aus.

Das Monolith-Problem: Eine monolithische Applikation funktioniert für Early-Stage-Produkte. Aber sie wird zum Bottleneck beim Wachstum. Microservices-basierte Architekturen werden oft positiver bewertet, weil sie unabhängiges Scaling ermöglichen.

Was du tun kannst:

  • Führe Load Tests durch - kenne deine Limits
  • Identifiziere und dokumentiere Bottlenecks
  • Plane die Migration zu einer skalierbareren Architektur (wenn nötig)
  • Implementiere Monitoring, um Probleme früh zu erkennen

5. Das Team ist ein Single Point of Failure

Du hast einen brillanten Lead Developer. Er kennt das System in- und auswendig. Niemand sonst tut das.

Das ist kein Asset. Das ist ein Risiko.

Was Investoren als Team-Red-Flags sehen:

  • Unklare Reporting-Strukturen
  • Bottlenecks, die von einer einzelnen Person abhängen
  • Lücken in Schlüsselbereichen (Cloud, Security, Data Engineering)
  • Wissen, das nur in den Köpfen einzelner Personen existiert

Laut 26lights gehören solche Strukturen zu den häufigsten Red Flags in der technischen Due Diligence 2025.

Das Risiko: Wenn diese eine Person geht (oder der Acquirer sie nicht halten kann), steht das gesamte technische Fundament auf wackligen Beinen. Kein Investor will das.

Was du tun kannst:

  • Dokumentiere kritisches Wissen
  • Baue Redundanz in Schlüsselpositionen auf
  • Erstelle Runbooks für wichtige Prozesse
  • Sorge für Knowledge Transfer im Team

Was sich 2025/2026 geändert hat

Die Due Diligence von heute ist nicht die von 2021.

Während der Boom-Jahre 2020-2021 gab es Record-Breaking VC Funding, aggressive Bewertungen und minimale Due Diligence. Startups bekamen Multiple Term Sheets innerhalb von Tagen.

Das ist vorbei.

2025/2026 dauert die Due Diligence Wochen oder Monate. Term Sheets sind selten. Investoren priorisieren Profitabilität über Wachstum. Und sie graben tiefer.

Neu in 2026: Investoren nutzen jetzt AI-Tools wie ChatGPT, Perplexity und Claude, um Informationen über dein Startup zu aggregieren. Deine digitale Reputation und AI-Visibility werden Teil der Due Diligence. Gründer, die diese "Off-Deck Signals" optimieren, haben laut Studien eine 3x höhere Wahrscheinlichkeit, ein Term Sheet zu bekommen.

Wie du dich vorbereiten kannst

Die durchschnittliche Tech Due Diligence dauert 12 Wochen und kostet zwischen 50.000 und 150.000 Dollar. Aber die Vorbereitung beginnt lange vorher.

Vor der Due Diligence:

  1. Führe ein internes Technical Audit durch
  2. Dokumentiere Architektur, APIs und kritische Prozesse
  3. Prüfe alle IP-Assignments und Lizenzen
  4. Implementiere Basic Security Hygiene
  5. Kenne deine Technical Debt - und habe einen Plan

Unternehmen, die technische Due Diligence durchführen, sind laut McKinsey 2.8x wahrscheinlicher, ein erfolgreiches Outcome zu erreichen. Dieselbe Logik gilt andersherum: Wenn du weißt, was Investoren suchen, kannst du dich vorbereiten.

Fazit

Tech Due Diligence ist kein Formalität. Es ist der Moment, in dem Jahre deiner Arbeit auf dem Prüfstand stehen.

Die wichtigsten Takeaways:

  • 76% der Tech-Acquisitions verfehlen ihre Ziele - oft wegen technischer Probleme
  • IP-Ownership, Security, Technical Debt, Skalierbarkeit und Team-Struktur sind die häufigsten Dealbreaker
  • Die Due Diligence 2025/2026 ist gründlicher als je zuvor
  • Vorbereitung ist alles - starte jetzt, nicht wenn der Investor anklopft
  • Ein internes Technical Audit zeigt dir, wo du stehst

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Quellen:

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Marco Kotzian

Marco Kotzian

External CTO & Senior Software Engineer

10+ Jahre Erfahrung in SaaS-Entwicklung, erfolgreicher Exit an Konzern. Spezialisiert auf Production Readiness und technische Skalierung.

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