SaaS-Idee finden: 5 bewährte Wege ins eigene Produkt
Du brauchst keine geniale Idee. Du brauchst den richtigen Einstieg. 5 bewährte Wege zur Produktidee - mit echten Beispielen aus 5 eigenen Produkten.

"Ich warte noch auf die richtige Idee."
Diesen Satz höre ich ständig. Und er ist der Grund, warum die meisten nie anfangen.
Du denkst, du brauchst diesen einen Geistesblitz. Den Moment, in dem dir unter der Dusche die perfekte Idee einfällt. Das Ding, das noch keiner gemacht hat. Die Marktlücke, die nur du siehst.
Die Wahrheit: So funktioniert das fast nie.
Ich habe 5 Produkte gebaut und an den Markt gebracht. Eins davon an einen Konzern verkauft. Und keins davon kam durch einen Geistesblitz. Jedes hatte einen anderen Einstieg.
Und genau das will ich dir zeigen.
Weg 1: Dein eigenes Problem lösen
Der Klassiker. Und trotzdem der Weg, den die meisten übersehen - weil sie ihr eigenes Problem nicht ernst nehmen.
Du nervst dich über etwas. Jeden Tag. Und irgendwann denkst du: Das muss doch besser gehen.
Bei mir war das DeepMemo. Ich lese ständig Artikel, schaue Videos, höre Podcasts - und vergesse 90% davon. Ich wollte ein Tool, das mein Wissen speichert und mir hilft, es wiederzufinden. Nicht irgendein Tool. Eins, das genau SO funktioniert wie ICH denke.
Also habe ich es gebaut. In 5 Tagen.
Warum das funktioniert:
- Du verstehst das Problem wirklich. Nicht theoretisch, sondern weil du es jeden Tag spürst.
- Du bist dein erster User. Du weißt sofort, ob die Lösung taugt.
- Du bleibst dran, weil es DIR hilft - egal ob es 10 oder 10.000 andere auch nutzen.
Worauf du achten solltest: Nicht jeder hat dein Problem. Bevor du 3 Monate baust, frag 10 Leute ob sie das Problem auch kennen. Wenn ja: Du bist auf der richtigen Spur.
Weg 2: Jemand fragt dich
Jemand kommt zu dir und sagt: "Kannst du mir dabei helfen?"
Genau so ist finvoice entstanden. Jemand aus der Finanzbranche hatte ein konkretes Problem mit der Abrechnung. Er fragte mich, ob ich eine Lösung dafür bauen kann. Ich habe mir die Branche angeschaut und gemerkt: Nicht nur er hat dieses Problem. Hunderte andere auch. Und keiner löst es gut.
3 Monate später: der erste zahlende Kunde. Ich bin all-in gegangen, habe vom Ersparten gelebt. Ein paar Jahre später wurde das Unternehmen an einen Konzern verkauft.
Warum das funktioniert:
- Das Problem ist validiert bevor du anfängst. Jemand WILL eine Lösung und würde dafür bezahlen.
- Du bekommst sofort Feedback von echten Nutzern.
- Du baust nicht auf Vermutungen, sondern auf einem konkreten Bedarf.
Worauf du achten solltest: Du musst die Branche verstehen lernen. Die Person die dich fragt, wird dein wichtigster Berater. Hör ihr zu. Nicht nur einmal, sondern die ganze Zeit.
Weg 3: Du willst es einfach bauen
Kein Business Case. Keine Marktanalyse. Du willst es bauen, weil es dich reizt.
Das klingt nach dem schlechtesten Rat aller Zeiten. Ist es aber nicht.
Wenn dich etwas so sehr fasziniert, dass du samstags um 7 Uhr aufstehst um daran zu arbeiten - dann hast du etwas, das die meisten "vernünftigen" Gründer nie haben werden: echte Motivation.
Und das ist mehr wert als jede Marktanalyse.
Warum das funktioniert:
- Du bleibst dran. Nicht weil du musst, sondern weil du willst.
- Du baust ein besseres Produkt, weil dir die Details wichtig sind.
- Du lernst eine Menge - und manchmal wird aus dem Hobby-Projekt etwas Echtes.
- Und selbst wenn nicht: Du hast Skills aufgebaut, die beim nächsten Mal Gold wert sind.
Worauf du achten solltest: Setz dir trotzdem eine Deadline. "Ich baue das in 2 Wochen und zeige es 5 Leuten." Sonst baust du ewig und shippst nie. Die Welt muss es sehen, damit du lernst ob es funktioniert.
Weg 4: Etwas Bestehendes besser machen
Du nutzt ein Tool und denkst: Das geht besser.
Nicht kopieren. Sondern den Schmerz lösen, den das bestehende Tool verursacht.
Bei mir war das Sgnls. Mein Business-Überblick war über 7 verschiedene Apps verstreut: Zahlungen hier, Analytics dort, Kundenfeedback woanders. Ich wollte EINEN Ort, der mir sagt was gerade wichtig ist. Also habe ich ihn gebaut.
Warum das funktioniert:
- Der Markt existiert bereits. Du musst ihn nicht erklären.
- Die Leute nutzen bereits etwas - und beschweren sich darüber. Du kennst ihre Frustration.
- Du kannst dich auf genau die Dinge konzentrieren, die bei der Konkurrenz schlecht sind.
Worauf du achten solltest: Unterschätze nicht, was der Platzhirsch schon kann. Dein Vorteil ist nicht "alles besser" - dein Vorteil ist "eine Sache VIEL besser". Finde diese eine Sache.
Weg 5: Eine Nische die du kennst
Du kennst eine Branche von innen. Du siehst Probleme, die Outsider nie sehen würden.
Vielleicht arbeitest du seit Jahren in der Logistik und weißt, dass alle mit Excel-Listen arbeiten. Oder du bist Physiotherapeut und siehst jeden Tag, wie kaputt die Terminverwaltung ist. Oder du bist Handwerker und weißt, wie viel Zeit die Dokumentation frisst.
Dieses Wissen ist Gold wert. Weil du nicht raten musst, was die Branche braucht. Du WEISST es.
Warum das funktioniert:
- Du hast einen unfairen Vorteil. Du sprichst die Sprache der Zielgruppe.
- Du kennst die Workflows, die Frustrationen, die Workarounds.
- Du brauchst keine Marktforschung. Du BIST die Marktforschung.
Worauf du achten solltest: Prüfe, ob die Nische groß genug ist. 50 Leute mit dem gleichen Problem reichen nicht für ein SaaS. 5.000 schon.
Der Anti-Weg: Eine Idee die cool klingt, aber nicht zu dir passt
Es gibt einen sechsten Weg. Und der funktioniert nicht.
Du siehst eine Marktchance. Die Zahlen sehen gut aus. Also baust du es.
Ich habe das selbst erlebt. Auraluma war ein Marktplatz für Creator. 65 Creator in zwei Wochen ongeboardet. Das Produkt funktionierte. Die Technik stimmte.
Aber es war nicht meine Nische. Ich hatte keine Leidenschaft für den Creator-Markt. Und ohne Leidenschaft bleibst du nicht dran, wenn es schwer wird.
Das Learning: Ein Produkt kann funktionieren und trotzdem falsch sein - für DICH. Wenn du dich nicht für die Zielgruppe interessierst, wirst du mittelmäßige Entscheidungen treffen. Und mittelmäßig reicht nicht.
Es gibt nicht DEN einen Weg
Jeder dieser Einstiege kann funktionieren. Die Frage ist nicht "Was ist der beste Weg?" sondern "Welcher passt zu MIR?"
Wenn du ein Problemlöser bist → Weg 1 oder 2. Wenn du ein Bastler bist → Weg 3. Wenn du ein Verbesserer bist → Weg 4. Wenn du Branchenkenntnis hast → Weg 5.
Und das Beste daran: Mit AI kannst du jeden dieser Einstiege in Tagen statt Monaten testen. Du brauchst kein Team, keinen Investor und keinen Informatik-Abschluss. Du brauchst eine Idee - egal woher sie kommt - und den Willen, sie umzusetzen.
Also hör auf, auf den perfekten Einfall zu warten.
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