Glossar

Begriffe aus der Welt von Agentic Coding, SaaS und technischer Führung — in Marcos eigenen Worten. Kein Wikipedia-Stil, sondern Definitionen aus 10+ Jahren Praxis als CTO und Builder.

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Agentic Coding#

Agentic Coding bedeutet, einem AI-Agenten einen Plan, Kontext und klare Constraints zu geben — und ihn dann selbstständig handeln zu lassen. Nicht ein Prompt und hoffen, sondern strukturierte Arbeitsteilung: Der Agent weiß was er tun soll, was er nicht tun soll, und warum. Das Ergebnis ist Code den du verstehst, weil du die Spec geschrieben hast.

Weiterführend: Vibe Coding vs. Agentic Coding·Claude Code Multi-Agent Setup für Solo Devs

AI Agent#

Ein AI Agent handelt selbstständig: Er plant, entscheidet, koordiniert und führt Aktionen durch — ohne dass du jeden Schritt vorgeben musst. Der Unterschied zum Chatbot: Ein Chatbot reagiert auf eine Frage. Ein Agent verfolgt ein Ziel. In der Praxis bedeutet das: Du gibst dem Agenten ein Ziel und Werkzeuge — er wählt selbst den Weg.

Weiterführend: AI Agents im Mittelstand 2026

Bootstrapping#

Bootstrapping bedeutet, ein Unternehmen ohne externe Investoren aufzubauen — finanziert durch eigene Mittel und frühe Einnahmen. Die Konsequenz: volle Kontrolle, kein Wachstumsdruck von außen, kein Verwässern von Anteilen. Die Herausforderung: Du musst früh profitabel sein oder zumindest cashflow-positiv. Für viele Solo Founder im DACH-Raum der realistischere Weg als Venture Capital.

Build in Public#

Build in Public bedeutet, den Aufbau eines Produkts öffentlich zu dokumentieren — Fortschritte, Rückschläge, Zahlen, Entscheidungen. Keine Hochglanz-Kommunikation, sondern echte Dokumentation. Der Nebeneffekt: Du baust gleichzeitig Vertrauen auf und bekommst frühes Feedback von Menschen die sich für dein Thema interessieren. Wer Build in Public betreibt, hat oft eine Community bevor er ein fertiges Produkt hat.

Claude Code#

Claude Code ist Anthropics CLI-Tool für Agentic Coding. Der Unterschied zu anderen AI-Coding-Tools: Claude Code denkt in Aufgaben, nicht in Codezeilen. Es kann eigenständig Dateien lesen, schreiben, Commands ausführen und komplexe Aufgaben über mehrere Schritte hinweg lösen. Mit Subagents und TeamCreate lässt sich ein vollständiges Multi-Agent-Setup aufbauen — ein Solo Dev als technischer Lead eines ganzen AI-Teams.

Weiterführend: Claude Code Multi-Agent Setup für Solo Devs

Fractional CTO#

Ein Fractional CTO ist ein erfahrener CTO der nicht Vollzeit angestellt ist, sondern stundenweise oder tageweise für ein Unternehmen arbeitet. Typisch: 1-2 Tage pro Woche auf Retainer-Basis. Für Startups und Scale-ups die technische Führung brauchen aber kein 120.000 Euro Jahresgehalt stemmen können oder wollen.

Multi-Agent Setup#

Ein Multi-Agent Setup bedeutet, spezialisierte AI-Agenten für verschiedene Aufgaben einzusetzen statt einen einzigen Agenten für alles. In der Praxis: ein Orchestrator koordiniert, ein Researcher analysiert die Codebase, ein Architekt entwirft die Lösung, ein Security-Experte prüft, Frontend- und Backend-Developer implementieren, ein Tester prüft Edge Cases. Jeder Agent hat seinen Scope — kein Rauschen, kein Kontextverlust.

Weiterführend: Claude Code Multi-Agent Setup für Solo Devs

MVP#

Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Version eines Produkts die echtes Feedback oder echte Zahlungen generiert. Nicht die kleinste technisch mögliche Version — sondern die kleinste Version die jemanden dazu bringt, zu zahlen oder sich klar zu entscheiden. Der bewusst enge Scope ist Absicht: Du willst herausfinden ob deine Annahmen stimmen, bevor du drei Monate baust.

Weiterführend: SaaS-Idee finden

No-Code#

No-Code-Tools ermöglichen es, Software-Produkte ohne Programmiercode zu bauen — über visuelle Interfaces und vorgefertigte Bausteine. Für Prototypen und schnelle Validierungen ein echter Vorteil: weniger Aufwand, schnellere Iteration. Das Risiko zeigt sich oft erst in Monat 6: Performance-Grenzen, fehlende Flexibilität bei komplexen Anforderungen und Vendor Lock-in. Wer skalieren will, muss früh entscheiden ob No-Code der richtige langfristige Stack ist.

Weiterführend: No-Code Vendor Lock-in vermeiden·Bubble langsam — Migration als Lösung

Product Builder#

Ein Product Builder ist jemand der Software-Produkte baut — ob alleine, im kleinen Team, oder als technischer Lead. Der Begriff ist bewusst breiter als "Solo Founder": Er schließt alle ein die Verantwortung für ein Produkt tragen, Code schreiben oder verantworten, und die technischen Entscheidungen treffen die darüber entscheiden ob ein Produkt überlebt oder scheitert.

RAG (Retrieval-Augmented Generation)#

RAG ist eine AI-Technik die ein Sprachmodell mit eigenen Daten verbindet. Statt "Was weiß das Internet?" fragt das System "Was steht in meinen Dokumenten?". Das Modell sucht relevante Informationen aus einer eigenen Wissensbasis und nutzt sie als Kontext für seine Antwort. Ergebnis: präzise, aktuelle Antworten auf Basis deiner eigenen Inhalte — ohne dass deine Daten zum Training des Modells genutzt werden.

Weiterführend: AI Agents im Mittelstand 2026

SaaS Validation#

SaaS Validation ist der Prozess zu prüfen ob eine Produktidee ein echtes Problem für echte Menschen löst — bevor du anfängst zu bauen. Das Ziel: herausfinden ob jemand zahlen würde, nicht ob die Idee gut klingt. Minimal: ein Satz wer zahlt und warum, fünf Gespräche mit potenziellen Nutzern, eine klare Antwort auf "Wie löst du das Problem heute?".

Weiterführend: SaaS-Idee finden

Solo Founder#

Ein Solo Founder baut alleine — ohne Co-Founder, ohne initiales Team. Mit AI-Tools ist das heute technisch realistischer als je zuvor: Ein Solo Dev kann die Produktivität eines kleinen Teams erreichen. Die eigentliche Herausforderung ist nicht mehr die Technik, sondern der Fokus: Was baust du als nächstes? Was lässt du weg? Wer alles selbst entscheidet, muss besonders gut darin sein zu priorisieren.

Tech Due Diligence#

Tech Due Diligence ist die technische Prüfung eines Software-Produkts vor einer Investition oder Übernahme. Investoren oder Käufer prüfen dabei: Code-Qualität, Architektur, Security, Skalierbarkeit, technische Schulden, Team-Abhängigkeiten und Dokumentation. Ein schlechtes Ergebnis kann einen Exit verhindern oder den Preis massiv drücken.

Weiterführend: Tech Due Diligence Dealbreaker

Vendor Lock-in#

Vendor Lock-in entsteht wenn der Wechsel zu einem anderen Anbieter oder einer anderen Technologie teurer wird als ein kompletter Neubau. Es ist kein Unfall — es ist ein bewusstes Geschäftsmodell vieler Plattformanbieter. Wer Lock-in eingeht, muss das bewusst tun: Was bekomme ich dafür? Geschwindigkeit? Günstige Einstiegskosten? Das ist manchmal der richtige Trade-off. Der Fehler ist es, ihn nicht zu sehen.

Weiterführend: No-Code Vendor Lock-in vermeiden·Bubble langsam — Migration als Lösung